5 Tipps, wie du Inkasso Forderungen reduzieren kannst

Du hast Post von einem Inkasso-Büro erhalten? Dann bist du möglicherweise überrascht – oder etwas sauer. Denn zusätzlich zur (Haupt-)Forderung will das Inkassounternehmen wahrscheinlich auch ein paar Gebühren und Kosten von dir. Aber egal wie du dich jetzt damit fühlst: Du solltest den Brief nicht ignorieren. Sonst kann es relativ teuer und unangenehm für dich werden. Abwarten ist also keine gute Idee – “einfach zahlen” aber auch nicht.
Auf dieser Seite findest du einige Tipps, wie du die geltend gemachten Gebühren und Kosten prüfen und reduzieren kannst. Außerdem Informationen zu folgenden Fragen: Was können Folgen eines Inkasso Schreibens sein?  Was sind das für Kosten? Welche Inkassogebühren und Kosten können überhaupt rechtmäßig anfallen? Wo kann ich Mahngebühren und Inkassokosten kontrollieren und berechnen?

Weitere Hinweise findest du auch auf dieser Seite.

Fünf Tipps, wie du Inkassokosten reduzieren kannst

1. Hauptforderung prüfen

Prüfe, ob die Hauptforderung gegen dich zu Recht besteht. Wenn ja, musst du diese natürlich bezahlen. Das solltest du auch machen – aber mit Hinweis darauf, worauf du genau zahlst.
Wenn die Forderung nicht oder nicht in voller Höhe berechtigt ist, solltest du sofort widersprechen und deinen Widerspruch als Fax oder Einwurfeinschreiben versenden. Begründe in deinem Schreiben welche Einwände du hast.
Eine Checkliste mit Musterschreiben findest du hier:

Prüfe, ob du die Kosten ganz oder teilweise zahlen musst. 

2. Inkasso Büro überprüfen

Stammt der Inkassobrief von einem seriösen Inkassounternehmen?  Jedes Inkassobüro in Deutschland muss gemäß §10 RDG registriert sein. Es benötigt einen entsprechenden Registrierungsbescheid der zuständigen Aufsichtsbehörde. Ob ein Inkassobüro registriert ist, kannst du im Rechtsdienstleistungsregister kostenfrei nachprüfen. Falls das Unternehmen nicht registriert ist, kann ein Fall von Inkasso-Betrug vorliegen. 

3. Fälligkeit der Forderung überprüfen

Ist die Forderung fällig? Und hast du eine Mahnung erhalten? Oder eine Rechnung, die “wie eine Mahnung wirkt“?
Ob das der Fall ist (und ob eine solche Rechnung den “Verzug“ begründet), kannst du hier prüfen. Wenn du sicher bist, keine Mahnung oder entsprechende Rechnung erhalten zu haben, warst du nicht “in Verzug”. Und musst zumindest die Inkassokosten nicht bezahlen.

Auch wenn das Inkassobüro seriös ist und du in Verzug warst, sind die geltend gemachten Kosten oft deutlich zu hoch sein. Prüfe daher, ob die Kosten angemessen sind. Eine gründliche Prüfung der einzelnen Kostenpositionen reduziert die Kosten fast immer – oft um fast die Hälfte. Eine Checkliste mit Musterschreiben für die Kostentragung von Inkassogebühren findest du hier:

Macht das Inkassounternehmen die Forderung ausdrücklich in eigenem Namen geltend? Dann kann es sein, dass dem Inkassounternehmen kein Kostenerstattungsanspruch zusteht. In diesem Fall würden wir bis zum Nachweis, dass das Inkassounternehmen die Kosten zu recht geltend macht, nur die Hauptforderung und die Mahnkosten (bis zu 2-3 EUR pro Schreiben) zahlen. Vorlagen für Schreiben, mit denen du auf ein Inkassoschreiben reagieren kannst, findest du hier 

4. Formale Anforderungen prüfen

Enthält das Schreiben eine Vollmacht vom Gläubiger? Falls nein, kannst du das Inkassoschreiben zurückweisen. Ein Musterschreiben findest du hier. Die (Haupt-)Forderung musst du dann aber trotzdem bezahlen. Am besten schnell. Kann aber sein, dass du trotzdem die Kosten noch zahlen musst, wenn du “in Verzug” warst. Etwas anderes gilt z.B., wenn du sicher keine Mahnung erhalten hast (oben 2.).
Trotzdem kannst du bei fehlender Vollmacht die Forderung grundsätzlich zurückweisen und einwenden, dass das Inkassounternehmen keine Vollmacht oder Abtretungserklärung des ursprünglichen Anbieters vorgelegt hat. Sehr häufig wird diese jedoch nachgereicht. Was an der grundsätzlichen Kostentragungspflicht nichts ändert.

5. Zur Sicherheit den Inkasso-Test der Verbraucherzentralen durchführen

Den Inkasso-Test der Verbraucherzentralen durchführen – den Link findest du hier:

Fünf weitere Inkasso Tipps…

(… mit denen du zumindest vermeiden kannst, dass sich die  Inkassokosten weiter erhöhen)

Mit den folgenden Tipps wirst du die Inkassoforderung vielleicht nicht reduzieren, aber zumindest verhindern, dass sich die Forderungen weiter “aufblähen”: 

1. Nicht einfach zahlen – vor allem nicht unbegründet einen Teilbetrag. Das kann als Anerkenntnis gewertet werden. Und kann weitere Inkassokosten auslösen. 

2. Keine vom Inkassounternehmen vorgeschlagene Ratenzahlungsvereinbarung unterzeichnen, um die Forderung „in Raten abzuzahlen“. Auch das kann als Anerkenntnis gewertet werden. Außerdem entsteht sonst eine Einigungsgebühr, da du dich “unter Mitwirkung des Inkassounternehmens” über deine Ratenzahlung geeinigt hast. Vor allem “Kleinstraten” lohnen sich nicht, weil sie die Kosten höher treiben können. Inkassounternehmen berechnen oft so hohe Kosten (berechtigt und unberechtigt), dass die Forderung trotz der (zu geringen) Ratenzahlung immer höher wird. Statt dessen nur das zahlen, was du wirklich schuldest und schreiben wieviel du zahlen wirst – und worauf du zahlst (das ist wichtig). 

Hinweis: Sind bereits Kosten für eine Ratenzahlungsvereinbarung angefallen, ist es sinnvoll zu prüfen, ob die Vereinbarung widerrufen werden kann. Dies ist möglich, wenn eine Hauptforderung über 200,00€ liegt, die Vereinbarung länger als drei Monate läuft und die Ratenzahlung ohne wirksam Widerrufsbelehrung erfolgt ist. Mehr Infos findest du hier.

3. Bei Zahlung immer die “Verwendungsreihenfolge” angeben: Dazu im Verwendungszweck der Überweisung neben dem Aktenzeichen usw auch die:  „Verrechnungsreihenfolge Hauptforderung-Kosten-Zinsen“ eintragen

4. Nichts unterschreiben, schon gar nicht, wenn es kompliziert und schwer verständlich klingt.

5. Nicht einschüchtern lassen. Drohungen mit Schufa, Gehaltspfändung und Gerichtsvollzieher sollen dich nur zur Zahlung bewegen.
Häufig sind solche Drohungen auch rechtswidrig.

Weitere Hinweise und Inkasso Tipps findest du auch auf dieser Seite.

Weiterführende Informationen: 

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