Blog Artikel aus 2017-18

Erste Veröffentlichung zwischen dem 01.01.2017 und dem 31.21.2018
Achtung – einige Artikel hier sind mehr als 2 Jahre alt
und daher möglicherweise veraltet


Abofalle und Inkasso

Einige unserer Leser haben ein Inkassoschreiben erhalten, nachdem sie in eine “Abofalle” getappt sind. Das, obwohl das Thema „Abofalle“ seit Einführung der sogenannten “Button-Lösung” eigentlich erledigt sein sollte. Wenn du einen Inkasso-Brief wegen eines angeblichen Abos bekommen hast, solltest du dich durch die Inkassobriefe aber nicht einschüchtern lassen. Vielmehr solltest du schriftlich per Einwurf-Einschreiben erklären, dass du keinen Vertrag geschlossen hast und der Forderung (und den Inkassokosten) vorsorglich widersprechen

Was ist eine Abofalle? 

Leider gibt es sie immer noch – die Inkassoschreiben nach “Abofalle”: Eigentlich sollten diese seit einigen Jahren der Vergangenheit angehören (“Button-Lösung”).

Es gibt die unterschiedlichsten Arten von Abofallen. Die bekanntesten sind die angeblich kostenlose Registrierung für Onlineangebote, die dann – Überraschung – doch Geld kosten. Außerdem gibt es die “Probeabos”, die keine sind, und die Anbieter, die angebliche Leistungen über die Handyrechnung abrechnen.

Einige dieser “Unternehmen” schreiben nur eine Mahnung nach der anderen. Andere übergeben die Forderung nach kurzer Zeit an ein Inkassounternehmen. 

Was ist die “Button-Lösung”?  

Das Problem „Abofalle“ sollte eigentlich seit der Einführung der sogenannten Button-Lösung der Vergangenheit angehören. Heißt konkret: Zum Abschluss einer Online-Bestellung muss es eine Schaltfläche geben, die gut lesbar und mit den Worten „zahlungspflichtig bestellen“ oder einer ähnlichen Formulierung beschriftet ist (§ 312 j Abs. 3 BGB). Fehlt es an einem korrekt bezeichneten Button, so kommt kein Vertrag zustande.

Was ist das “Widerrufsrecht”? 

Außerdem hast du, wenn du Verbraucher bist, für jeden im Internet oder am Telefon abgeschlossenen Vertrag nach deutschem Gesetz ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Wenn dir dieses Widerrufsrecht nicht per E-Mail oder Post mitgeteilt wird, gilt es sogar bis 12 Monate.

Was tun bei Inkassobrief nach Abofalle?

Wenn du einen Inkasso-Brief wegen einer “Abofalle” bekommen hast, solltest du dich durch die Inkassobriefe nicht einschüchtern lassen. Vielmehr solltest du schriftlich per Einwurf-Einschreiben erklären, dass du keinen Vertrag geschlossen hast und der Forderung (und den Inkassokosten) widersprechen.

Meldet sich der Anbieter dann wieder und schickt dir Mahnungen oder Drohungen, kannst du diese zunächst mal ignorieren. 

Wichtigste Ausnahme: Hartnäckige Abofallen-Betreiber lassen auch Mahnbescheide vom Gericht verschicken. Dann musst du handeln! In diesem Fall bitte unsere Hinweise zum Mahnbescheid beachten!

Musterschreiben zur Abwehr von Inkassobrief nach Abofalle

[Die Abschnitte in [eckigen Klammern] musst du ergänzen und ggf. anpassen]


Per Einwurfeinschreiben An: [__]

Ihr Schreiben vom [_], Ihr Aktenzeichen [_] – Leistungsverweigerung 

Sehr geehrte Damen und Herren,
in Ihrem Schreiben vom [_] mit dem o.a. Aktenzeichen machen Sie eine Forderung gegen mich geltend.
Die Forderung besteht nicht. Ich bestreite, dass zwischen Ihnen und mir ein wirksamer kostenpflichtiger Vertrag abgeschlossen wurde. Sind Sie insofern anderer Meinung, so weisen Sie mir bitte nach, wann, wie und zu welchen Bedingungen es zu einem Vertragsschluss gekommen sein soll. Beachten Sie dabei § 312j Abs. 3,4 BGB.

Vorsorglich erkläre ich hiermit den Widerruf meiner vermeintlichen Willenserklärung, und fechte – weiterhin vorsorglich – den Vertrag wegen Irrtums und wegen Täuschung an. Ebenso rein vorsorglich erkläre ich Ihnen die sofortige außerordentliche Kündigung, hilfsweise die ordentliche Kündigung.


[Ggf kurze Begründung]

[Da Sie keine Vollmacht vorgelegt haben, weise ich Ihr Schreiben außerdem analog § 174 BGB zurück.]

Auch die von Ihnen geltend gemachten Kosten weise ich hiermit zurück und verweigere die Leistung. 

Vorsorglich außerdem der Hinweis, dass ein Mahnbescheid wegen Ihrer –  bestrittenen – Forderung ebenso unzulässig wäre wie eine Mitteilung/Meldung der bestrittenen Forderung an die Schufa oder Auskunfteien (§ 28a Abs. 1 Nr 4d BDSG).

Die Angelegenheit ist damit erledigt. Bitte sehen Sie von weiterem Schriftverkehr ab.
Mit freundlichen Grüßen[Name]

Anleitung (bitte löschen):
Bitte Text in Textverarbeitungsprogramm kopieren (also z.B. Google Docs, MS Word, Open Office, etc.) Ergänze Text mit deinen Absenderangaben, Anschrift des Unternehmens, an den der Musterbrief gehen soll, sowie mit den sonstigen erforderlichen Angaben.
Dann alle [Platzhalter] löschen, z.B. die “[_].”
Sende diesen Brief dann entweder a.) per Fax mit sogenanntem qualifizierten Sendebericht (der Statusbericht zeigt eine verkleinerte Ansicht der 1. Faxseite) oder b.) per Post (unbedingt als Einwurfeinschreiben) an das Unternehmen.
Bitte nicht per E-Mail schicken!

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